Eine Pilgerfahrt ins Hinterland

Wir sind extra zeitig aufgestanden, um möglichst viel vom Tag zu haben. Britta hat sich eine schöne Pilgerroute ausgedacht. Frohen Mutes starten wir kurz nach Acht mit dem Leihwagen der Tacomacrew. Und schwupp, stehen wir schon an der nächsten Ecke im Stau. Der Berufsverkehr geht hier wohl länger, als in Deutschland. Das Navi findet rasch eine Alternativstrecke. Jetzt geht’s über alles enge Straßen auf die Autobahn, weg von der Großstadt. Gut 100 km brausen wir vorbei an

Weinbergen, Wäldern, Olivenhainen, trockenen, abgeernteten Feldern, an die steilen Berge gekuschelte Siedlungen und werden in den Wolken mit Nebel umhüllt. Kurz vor dem ersten Ziel reißt der Himmel wieder auf.

Santuário de Fátima ist einer der imposantesten katholischen Wallfahrtsorte weltweit. Hier treffen sich Christen, Juden, Hindus, Buddisten und Angnostiker. (Turismo de Portugal). Wir sind überwältigt von der riesigen, modernen Begegnungsstätte, der „Igreia da Santissima Trindade“. Diese ist übrigens der größte Kirchenneubau des 20. Jahrhunderts und die viertgrößte katholische Kirche weltweit und bietet 9.000 Besuchern einen Sitzplatz. Direkt gegenüber befindet sich die Basilika von Fátima. 

Das Orginalstück der Berliner Mauer, dass am südlichen Zugang zum Pilgerplatz zu einem Denkmal gestaltet wurde, hab ich leider erst nach dem Ausflug bei Portugal-Reiseinfo.de entdeckt. 

Unser nächster Pilgerort ist das „Mosteiro da Batalha“ und nur eine halbe Autostunde von Fátima entfernt.

Auch das Dominikanerkloster aus dem Mittelalter ist ein imposantes Bauwerk. Fast 200 Jahre soll die Errichtung gedauert haben. Trotzdem sind die Türme der „Capelas Imperfeitas“ nie vollendet worden. Das Kloster wird auch als das Nationalheiligtum Portugals bezeichnet und gehört seit 1983 zum UNESCO Weltkulturerbe. Um das riesige Monument befindet sich ein niedlicher Ort, in dem alt und neu gut harmonieren und das touristische Treiben intrigiert ist. 

Weiter fahren wir Richtung Westen zum Surferparadies Nazaré. Vor dem ehemaligen Fischerdorf entstehen durch einen fast 5000 m tiefen und 230 km langem Canyon besonders zwischen November und Februar bei besonderen Winden beeindruckend hohe, rechtsdrehende Wellen von über 20m Höhe. Das macht diesen Ort zu einem Mekka für Bigwave-Surfer. In dem kleinen Museum am Leuchtfeuer ist die Entstehung der Wellen gut erklärt. Wie in einer „Hall of Fame“ werden die Bords der erfolgreichesten Surfer in einem höhlenartigen Raum präsentiert. Der Deutsche Sebastian Steudtner ist Weltrekordhalter. Er bezwang eine 26m-Welle und steht damit im Guinnessbuch der Rekorde. In einer kleinen Fotoausstellung sieht man sowohl das wilde, als auch das romantische Gesicht dieses Ortes. In Videos wird die Entstehung der Wellen anschaulich erklärt und Filmsequenzen der Surfer gezeigt. Gut gemacht! Von der Aussichtsplattform haben wir einen beeindruckenden Blick auf das Meer, den Ort und die Surfer, die von hier oben winzig aussehen. Auch die Wellen wirken eher klein und unspektakulär. Es ist auch kaum Wind. Später stehen wir unten am Strand hinter der Marina und sind alle 4 fasziniert von der unbändigen Macht des Wassers, das hier mit ungebremster Kraft an den Strand gerollt kommt. 

Es ist schon später Nachmittag, als wir den Rückweg antreten. Knapp zwei Stunden brauchen wir über die Autobahn. Mit dem Boot wäre es eine sehr lange Tagesetappe gewesen. 

Im Hafen von Oreias sind inzwischen zwei neue deutsche Yachten angekommen. Die SY Joy , die wir schon aus Podoa de Vázim kennen und die SY Windhexe. Mit einem fröhlichen Austausch lassen wir diesen tollen Tag ausklingen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert